Interview mit medienspiegel.ch - Martin Hitz
Seit anderthalb Jahren betreibt Martin Hitz seine Site medienspiegel.ch. Der Dienst fasst die medienkritische Berichterstattung der Schweizer Presse zusammen und kommentiert Entwicklungen -- seit dem 2. Juni mit sechs regelmässigen KolumnistInnen. "persoenlich.com" hat sich mit dem früheren NZZ-Online-Redaktionsleiter Hitz unterhalten. Und ein besonderes Augenmerk auf die Frage des Copy-Paste-Journalismus geworfen:
Hitz: Ich finde das nicht verwerflich, so lange man der Leserschaft einen Dienst erweist. Tatsächlich trifft der Befund -- zumindest in der Schweiz -- ja auf die meisten redaktionellen Sites zu, selber recherchierte Geschichten sind online selten. Darunter hat übrigens damals auch das Team von NZZ Online gelitten, man hätte gerne mehr selber nachgeforscht und geschrieben. Ich habe hingegen immer die Meinung vertreten, dass unser Selektieren, Redigieren und Aufbereiten dem Leser ebenfalls dienlich ist. Diese Auffassung entspricht möglicherweise einem neuen journalistischen Rollenbild, dass sich stärker an der angelsächsischen Unterscheidung zwischen "Writer" und "Editor" orientiert. Online-Journalisten sind so gesehen eher Redaktoren, welche die Texte anderer auswählen und bearbeiten. Ich selber halte das Gewichten, das Agenda-Setting für eine der wichtigsten journalistischen Arbeiten.
Das Interview: "Martin Hitz, machen Sie mehr als 'Copy-Paste-Journalismus'?"
[Via Persoenlich.com resp. Dienstraum ]
Hitz: Ich finde das nicht verwerflich, so lange man der Leserschaft einen Dienst erweist. Tatsächlich trifft der Befund -- zumindest in der Schweiz -- ja auf die meisten redaktionellen Sites zu, selber recherchierte Geschichten sind online selten. Darunter hat übrigens damals auch das Team von NZZ Online gelitten, man hätte gerne mehr selber nachgeforscht und geschrieben. Ich habe hingegen immer die Meinung vertreten, dass unser Selektieren, Redigieren und Aufbereiten dem Leser ebenfalls dienlich ist. Diese Auffassung entspricht möglicherweise einem neuen journalistischen Rollenbild, dass sich stärker an der angelsächsischen Unterscheidung zwischen "Writer" und "Editor" orientiert. Online-Journalisten sind so gesehen eher Redaktoren, welche die Texte anderer auswählen und bearbeiten. Ich selber halte das Gewichten, das Agenda-Setting für eine der wichtigsten journalistischen Arbeiten.
Das Interview: "Martin Hitz, machen Sie mehr als 'Copy-Paste-Journalismus'?"
[Via Persoenlich.com resp. Dienstraum ]
Cyberwriter - 8. Jun, 13:32 - Blogging
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