Basel: Der grosse Schnee - La grosse neige,....
Cyberwriter - 5. Mär, 16:49 - Blogging Basel
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Holbein - 6. Mär, 01:36
Trotzdem: Ab an Morgestraich!
...oder: Warum ist in Basel die Fasnacht so spät?
Warum ist die Basler Fasnacht eine Woche später als die richtige Fasnacht?
Warum beginnt sie mitten in der Fastenzeit?
Die Frage wird immer wieder gestellt. Unter den Antworten lassen sich zwei Generalrichtungen herausfiltrieren.
These 1: Mit der Fasnacht nach dem 1.Fastensonntag (Für Theologie-Kenner: Nach dem Sonntag „Esto mihi“) wollen die reformierten Basler das katholische Umfeld ärgern. Die These ist darum nicht ganz falsch, weil die Grenze zwischen „neuer“ und „alter“ Fasnacht in Südbaden ebenfalls entlang der Konfessionsgrenzen geht und weil dort die These 2 (siehe unten) nicht funktioniert. In den ursprünglich refomierten Ortschaften ist die Fasnacht am Sonntag „Esto mihi“, in den katholischen Gebieten am Sonntag „Invocavit“, was der letzte Vorfasten-Sonntag ist. Wo genau in der heute grossfusionierten Gemeinde Lörrach die Grenze verläuft, weiss ich nicht.
Und jetzt zur These 2: Der zeitliche Unterschied gibt es darum, weil die Stadt Basel die Kalenderumstellung von Papst Gregor (du weißt ja…das mit dem Schalttag, der alle hundert Jahre einmal ausfällt…bitte in Wikipedia nachgucken…) erst im Jahre 1701 vollzog, fast 200 Jahre nach dem katholischen Umfeld. Basel feierte eine stinknormale Fasnacht, aber eben eine Woche verschoben. „Du kommst zu spät wie die alte Fasnacht“, heisst das Sprichwort. Und weil zu Basel anno 1701 auch noch das heutige Baselbiet (ohne die Gemeinden des Birsecks) gehörte, feiern die Muttenzer, Pratteler, Frenkendörfer, Liestaler usw. die Fasnacht am gleichen Datum wie die Stadt bzw. am Sonntag davor….weil am Montag das Basler Erdbeben, auch Morgestraich genannt, das gesamte Publikum wegschnappt.
Nochmals das Birseck: Rekapitulieren wir die fasnächtliche Geografie: In der Stadt Basel und im heutigen Baselbiet (ohne das Birseck und das Laufental) hat man wegen der Zeitumstellung eine Woche nach den ursprünglich katholischen Gebieten der Region Fasnacht. Viele Journalisten und einige Volkskundler sagen dem Bauernfasnacht, im Gegensatz zur Herrenfasnacht. Der Begriff Herrenfasnacht soll daher rühren, dass die katholischen Bischöfe des Fürstbistums Basel die Herren gewesen seien, und die übrigen die Bauern. Die längst verblichenen Daigianer aus Basel dürften sich bedanken, als Bauern bezeichnet zu werden Und bei den Schwarzbuben (Fasnacht ebenfalls am „Invocavit“-Sonntag!) geht die Geschichte gar nicht auf. Hier regierte nämlich nicht der Fürstbischof, sondern die Standesherren in Solothurn, die zwar auch katholisch waren, aber offensichtlich nicht unbedingt fanatisch. Fazit: Fasnacht und Alte Fasnacht sind die bessere Begriffe als Bauernfasnacht und Herrenfasnacht. Aber das mit den Herren und das mit den Buure wird sich auch künftig halten.
Trotzdem heute um 4 Uhr gehts los...Morgestraich vorwärts Marsch!
Warum ist die Basler Fasnacht eine Woche später als die richtige Fasnacht?
Warum beginnt sie mitten in der Fastenzeit?
Die Frage wird immer wieder gestellt. Unter den Antworten lassen sich zwei Generalrichtungen herausfiltrieren.
These 1: Mit der Fasnacht nach dem 1.Fastensonntag (Für Theologie-Kenner: Nach dem Sonntag „Esto mihi“) wollen die reformierten Basler das katholische Umfeld ärgern. Die These ist darum nicht ganz falsch, weil die Grenze zwischen „neuer“ und „alter“ Fasnacht in Südbaden ebenfalls entlang der Konfessionsgrenzen geht und weil dort die These 2 (siehe unten) nicht funktioniert. In den ursprünglich refomierten Ortschaften ist die Fasnacht am Sonntag „Esto mihi“, in den katholischen Gebieten am Sonntag „Invocavit“, was der letzte Vorfasten-Sonntag ist. Wo genau in der heute grossfusionierten Gemeinde Lörrach die Grenze verläuft, weiss ich nicht.
Und jetzt zur These 2: Der zeitliche Unterschied gibt es darum, weil die Stadt Basel die Kalenderumstellung von Papst Gregor (du weißt ja…das mit dem Schalttag, der alle hundert Jahre einmal ausfällt…bitte in Wikipedia nachgucken…) erst im Jahre 1701 vollzog, fast 200 Jahre nach dem katholischen Umfeld. Basel feierte eine stinknormale Fasnacht, aber eben eine Woche verschoben. „Du kommst zu spät wie die alte Fasnacht“, heisst das Sprichwort. Und weil zu Basel anno 1701 auch noch das heutige Baselbiet (ohne die Gemeinden des Birsecks) gehörte, feiern die Muttenzer, Pratteler, Frenkendörfer, Liestaler usw. die Fasnacht am gleichen Datum wie die Stadt bzw. am Sonntag davor….weil am Montag das Basler Erdbeben, auch Morgestraich genannt, das gesamte Publikum wegschnappt.
Nochmals das Birseck: Rekapitulieren wir die fasnächtliche Geografie: In der Stadt Basel und im heutigen Baselbiet (ohne das Birseck und das Laufental) hat man wegen der Zeitumstellung eine Woche nach den ursprünglich katholischen Gebieten der Region Fasnacht. Viele Journalisten und einige Volkskundler sagen dem Bauernfasnacht, im Gegensatz zur Herrenfasnacht. Der Begriff Herrenfasnacht soll daher rühren, dass die katholischen Bischöfe des Fürstbistums Basel die Herren gewesen seien, und die übrigen die Bauern. Die längst verblichenen Daigianer aus Basel dürften sich bedanken, als Bauern bezeichnet zu werden Und bei den Schwarzbuben (Fasnacht ebenfalls am „Invocavit“-Sonntag!) geht die Geschichte gar nicht auf. Hier regierte nämlich nicht der Fürstbischof, sondern die Standesherren in Solothurn, die zwar auch katholisch waren, aber offensichtlich nicht unbedingt fanatisch. Fazit: Fasnacht und Alte Fasnacht sind die bessere Begriffe als Bauernfasnacht und Herrenfasnacht. Aber das mit den Herren und das mit den Buure wird sich auch künftig halten.
Trotzdem heute um 4 Uhr gehts los...Morgestraich vorwärts Marsch!
Holbein - 6. Mär, 01:41
und noch dies:
Cybis fantastischer Bilderbogen zeigt nur den einen Teil der weissen Pracht. Meteorologen haben nachgerechnet, dass es seit 1931 in der Stadt nie mehr so viel geschneit habe. Möglich - das war gestern nicht das Hauptthema. Dieses hiess: Ist der Morgestraich gefährdet?
Anwort: Nein. Plötzlich waren, am heiligen Sonntag!, schwere Maschinen von Baufirmen in der Innenstadt und beförderten die weisse Pracht weg. Ökologen weggucken: Man schmiss den Schnee direkt in den Rhein!
Und jetzt ist alles bereit...s goot grad los!
Anwort: Nein. Plötzlich waren, am heiligen Sonntag!, schwere Maschinen von Baufirmen in der Innenstadt und beförderten die weisse Pracht weg. Ökologen weggucken: Man schmiss den Schnee direkt in den Rhein!
Und jetzt ist alles bereit...s goot grad los!
Baselblog - 6. Mär, 07:04
Schicke Bilder...
...aber jetzt: Morgestraich, vorwärts, Marsch!
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